Wie lange hält der Effekt an?
Die bisherigen Studiendaten beziehen sich alle auf 24 Monate. Man kann also davon ausgehen, dass der Effekt mindestens 2 Jahre anhalten wird. Allerdings ist zu beachten, dass dies sehr individuell ist und auch der Schweregrad der Entzündungsreaktion bzw. der Arthrose eine Rolle bei der Wirkungsdauer spielt.
Was gibt es für Nebenwirkungen?
Insgesamt ist die Nebenwirkunsrate äußerst gering. Die offensichtlichsten Nebenwirkungen sind Veränderungen an der Haut und Zugangsprobleme: Die Hautveränderungen sind zeitlich begrenzt und sind nach 2-3 Wochen wieder verschwunden. Sie können während der Prozedur entstehen, da die Arterien, die embolisiert werden, auch kleine Hautäste haben können. Um diese Gefahr zu minimieren wird in der Regel während der Untersuchung die betroffene Region gekühlt. Unter Zugangsproblemen versteht man die Probleme an der Einstichstelle, an der die Arterie punktiert wird. Da es sich um das arterielle System handelt, ist ensprechender Druck vorhanden. Dies kann im ungünstigsten Fall zu Nachblutungen kommen. Diese Komplikation ist aber mit einer entsprechenden Expertise ebenso äußerst gering. Weitere Nebenwirkungen können Unverträglichkeiten, Kontrastmittelreaktionen oder allgemeine Symptome sein.
Wird Kontrastmittel verwendet?
Ja, allerdings sehr wenig. In der Regel wird jodhaltiges Kontrastmittel verwendet. Dies ist notwendig um in das Zielgebiet navigieren zu können. Die Mikropartikel werden ebenso mit Kontrastmittel gemischt, um "unter Sicht" die Embolisation durchführen zu können. Insgesamt ist der Bedarf an Kontrastmittel pro Eingriff gering und variiert zwischen 10 und 30 ml. Eine Nierenschwäche ist somit keine Kontraindikation. Sollten die Nierenwerte eingeschränkt sein, können vor und nach dem Eingriff Infusionen zum Schutz der Nieren gegeben werden.
Zum Vergleich: Bei einer Computertomographie werden zwischen 80 und 120 ml Kontrastmittel verwendet!
Entsteht ein dauerhafter Schaden?
Nein, dauerhafte Schäden sind nicht zu erwarten. Generell werden nur kleinste Gefäße verschlossen, die natürlicherweise gar nicht vorhanden sind. Sie entstehen aufgrund des chronischen Entzündungsprozesses. Somit wird die Blutversorgung nicht beeinträchtigt, da quasi eine "Normalisierung" der Gefäßverhältnisse hergestellt wird. Des Weiteren ist die Art der Partikel entscheidend, die verwendet werden. Hierbei werden temporäre (kurzzeitige) und permanente (dauerhafte) Materialien unterschieden.
Kann ich danach trotzdem ein Gelenkersatz bekommen?
Ja, dem steht nichts entgegen. Es gibt auch Studien, die dies belegen. Man geht sogar soweit, dass vor einer geplanten Implantation eines Gelenkersatzes eine transarterielle Mikroembolisation durchgeführt wird, um die Schmerzen zu reduzieren und die Rehabilitation nach der Operation zu beschleunigen.
Wie lange bin ich krank geschrieben?
Die Krankschreibung erfolgt durch den behandelnden Hausarzt oder Orthopäden. Der einzige Grund für eine Krankschreibung bzw. körperliche Schonung ist der Zugangsort. Um zur Behandlungsregion transarteriell (also durch das Gefäß hindurch) zu kommen, muss eine Arterie punktiert werden. Dies geschieht meist in der Leiste, an der Ellenbeuge oder am Unterarm. Um Nachblutungen zu vermeiden sollte eine körperliche Schonung von 3-7 Tagen erfolgen. Die behandelte Schmerzregion ist sofort belastbar und bedarf keiner Schonung.
Kann der Eingriff wiederholt werden?
Ja, das ist möglich. Prinzipiell kann eine nochmalige Embolisation durchgeführt werden. Gelegentlich entdeckt man "neue Entzündungsherde" erst im zweiten Aufenthalt. Allerdings sind die gleichen Risiken und Nebenwirkungen zu beachten.
Welcher Patient eignet sich für die Behandlung?
Prinzipiell bestehen nur ganz wenige Ausnahmen, wo sich dieser EIngriff nicht eignet. Hierzu zählen therapiepflichtige Erkrankungen wie beispielsweise eine bakterielle Enzündung der Zielläsion. Ebenso sollten Lockerungen von Gelenkprothesen behoben werden. Eine Unverträglichkeit auf Kontrastmittel ist eine bedingte Kontraindikation, da zuvor entsprechende Medikamente gegen eine mögliche Reaktion des Körpers gegeben werden können. Die Arterien, welche auf dem Weg zur Zielläsion passiert werden, sollten offen sein. Daher ist eine duplexsonographische Untersuchung vor dem Eingriff hilfreich.
Bezüglich der Behandlung von Gelenkbeschwerden kann die transarterielle Mikroembolisation bei jedem Grad der Arthrose angewendet werden. Bestehen die Beschwerden in jungen Jahren, kann so ein operativer Gelenkersatz "hinausgezögert" werden. Umgekehrt kann bei sehr alten Menschen, bei welchen aufgrund der Begleiterkrankungen eine Gelenkprothese nicht implantierbar ist, diese Schmerztherapie eine sinnvolle Alternative sein. Ist bereits ein Gelenkersatz implantiert und es bestehen immer nicht Beschwerden, dann kann auch hier eine transarterielle Mikroembolisation helfen.
